Diabulimia

Junge Typ-1-Diabetikerinnen sind fast doppelt so häufig an Essstörungen erkrankt wie Nicht-Diabetikerinnen. Diabulimia ist wohl die gefährlichste Form der Essstörungen, wobei vornehmlich junge, insulinpflichtige Diabetikerinnen auf die Insulinzufuhr verzichten oder diese stark einschränken, obwohl sie Kohlenhydrate gegessen haben, die mit Insulin abgedeckt werden müssten. Das Weglassens des Insulins wird als Insulin-Purging bezeichnet. Die Idee dahinter ist, man könne dadurch abnehmen, dass bei einem zu hohen Blutzucker überschüssiger Zucker über die Nieren im Urin ausgeschieden wird. Deswegen wird Diabulimie auch als "renale Bulimie" oder "Erbrechen über die Nieren" bezeichnet. Schlechte Blutzuckerwerte werden bewusst in Kauf genommen. Nicht selten gleiten die Betroffenen in ein ketoazidotisches Koma, welches lebensgefährlich ist. Jeder siebte bis zwanzigste Betroffene stirbt. Langfristige hohe Blutzuckerwerte können schon früh zu Folgeschäden wie Erblindung, Nervenschäden und in Folge dessen zu Amputationen führen.

Warnzeichen für Angehörige:

- Einsparen oder Auslassen der Insulindosis

- Erhöhte Blutzuckerwerte in Kauf nehmen

- Ausreden fürs Spritzen finden

- Fernbleiben zu Kontrollterminen

- Kaum oder gefälscht dokumentierte Blutzuckerwerte

- Ein erhöhter Langzeitblutzuckerwert

- Starke Gewichtsschwankungen

- Häufige Blasen-/oder Candida-Infektionen

- Nicht mehr über ihren Diabetes reden wollen

- Übermäßiger Durst > erhöhtes Flüssigkeitsdefizit, Kreislaufregulationsstörungen

- Häufig auf die Toilette gehen

- Schlapp und ausgelaugt wirken

- flache Atmung bis hin zu Atemnot

- Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen weisen auf einen akut-lebensbedrohlichen Zustand hin

- frühzeitige neuropathische Ausfälle

Mehr Infos